
Gemeinsamer Kampf
Sucht ist eine Krankheit, die alle sozialen
Schichten unserer Gesellschaft durchzieht. Hiervon sind sowohl Männer als auch Frauen
betroffen, dabei in zunehmendem Maße auch junge Menschen. Geht man von den Schätzungen
der Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahren aus, so sind ca. 3 Prozent der
Bevölkerung suchtkrank. Allein in Grevenbroich wären hiernach ca. 1.800 Personen
betroffen.
In Grevenbroich treffen sich Betroffene und Angehörige seit Jahren in den
Selbsthilfegruppen des Kreuzbundes e.V., um ihre Sorgen und Nöte auszutauschen und sich
gegenseitig zu unterstützen.
Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Gruppen informieren die Ratsuchenden über
Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten und motivieren durch die eigene vorgelebte
Abstinenz, Wege in ein suchtfreies Leben zu finden.
Die Selbsthilfegruppen des Kreuzbund arbeiten eng mit der Fachambulanz für Suchtkranke des Caritasverbandes Neuss e.V.
zusammen, in dessen Räumlichkeiten der Außenstelle Lindenstraße 1 in Grevenbroich
sich die Gruppen treffen.
In Grevenbroich gibt es vier Gruppen, die sich von montags bis donnerstags jeweils ab
19:30 Uhr treffen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Der Kreuzbund versteht sich als Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft für Suchtkranke.
Hilfe zur Selbsthilfe in den Kreuzbundgruppen ist stete persönliche Hilfe. Durch sie soll
es dem Einzelnen möglich werden, seine Probleme zu lösen, in freier Verantwortung wieder
entscheidungsfähig zu sein und sich in der Realität des Alltags zurechtzufinden.
Das Gefühl, in der Gruppe unter "seinesgleichen" zu sein, baut Ängste ab und
hilft, die eigene Suchterkrankung zu erkennen und anzunehmen. In unserer trinkfreudigen
Gesellschaft ist die Gruppe eine Möglichkeit, Kraft für den Alltag zu schöpfen. Im
Gegensatz zu anderen Kranken trifft der Suchtkranke noch sehr oft auf
Unverständnis, da
das Trinken von Alkohol allgemein als normal gilt.
Die Gruppe wirkt beim abstinent lebenden Suchtkranken als stabilisierender Faktor. Gut 73 %
aller Suchtkranken, die nach Abschluß einer Behandlung zumindest ein Jahr lang an einer
Selbsthilfegruppe teilnehmen, bleiben abstinent bzw. schaffen es nach einem Rückfall
wieder abstinent zu leben. Ohne diese "Nachbehandlung" beträgt die
Rückfallquote etwa 80 Prozent.
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